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Leben als Mönch |
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Seit 1200 Jahren lebt in St. Peter eine Gruppe von Männern (meist waren es ca. 30 Mitglieder) nach der Regel des hl. Benedikt von Nursia. Es ist nicht leicht, das Leben in einem Kloster kurz zu beschreiben. Weil vieles im Leben eines Benediktiners nicht nur mit bestimmten Zeiten, sondern auch mit bestimmten Räumen verknüpft ist, versuche ich es kombiniert mit Bildern von Orten, die normalerweise nicht besichtigt werden können.
Ort der ersten Kontaktnahme mit dem Kloster ist die Pforte. Ansonsten umgibt die vielzitierte Klostermauer den Lebensbereich der Mönche. Sie soll einen Raum der Stille und Sammlung beschützen. Freilich können Sie auch außerhalb des Klosters Mönchen begegnen, äußerlich kenntlich an ihrem Mönchsgewand (bestehend aus Habit, Gürtel und Skapulier), oder unerkannt in Zivilkleidung. Einige Mönche leben ständig außerhalb des Klosters, weil sie bei den Menschen der Klosterpfarren wohnen, andere erledigen Arbeiten und Aufträge in der Stadt vom Kloster aus.
Die Aufnahme der Gäste gehört zu den heiligsten Pflichten der Benediktiner. Die Architektur spiegelt das wider, wie im Bild der für den Empfang hochrangiger Gäste bestimmte Abteisaal. Wer heute als Gast ins Kloster kommt, sucht Ruhe und Klarheit. Aber auch die Mönche wissen sich durch die Begegnung beschenkt, weil in jedem Menschen, den man von Herzen annimmt, Christus zugegen ist.
Der Kreuzgang (hier der barocke Teil) verbindet die einzelnen Räume des Klosters miteinander und umschließt den großen Garten. Er ist Erholungsraum und Lebensraum für verschiedenste Pflanzen und Tiere zugleich.
In der Marienkapelle treffen die Mönche sich viermal am Tag zum gemeinsamen Gebet für die Kirche und die ganze Welt. Das Stundengebet ist erfüllt von den Psalmen, dem ältesten Gebetbuch der Christen, und spricht die ganze Vielfalt der menschlichen Existenz vor Gott aus. In der Stiftskirche feiern wir zusammen mit Gläubigen aus der Stadt und der Umgebung die Sonntage und die Höhepunkte des Kirchenjahrs.
Im Kapitelsaal (im Bild das mittelalterliche Kapitel) treffen sich die Mönche zu Beratungen. Das wichtigste Recht der Mönche ist die freie Wahl des Abtes. Für alle bedeutenden Angelegenheiten muß der Abt den Rat (manchmal auch die Zustimmung) der Mönche einholen. Alle, auch die jüngsten, müssen gehört werden, weil der Heilige Geist durch das geringste Glied einer Gemeinschaft sprechen kann. Eine heikle Bewährungsprobe für jede Gemeinschaft ist die Bewältigung von Konflikten.
Bevor die Mönche zu den Mahlzeiten gingen, wuschen sie sich im Brunnenhaus die Hände. Auch den Gästen wurde, bevor sie das Kloster betraten, die Füße gewaschen, denn wie Jesus sagte wenn ich dir nicht die Füße wasche, hast du keinen Anteil an mir.
Das Refektorium ist für die Mönche ein geistlicher Ort. Jesus hat oft das gemeinsame Mahl benutzt, um sich zu offenbaren. Auch für uns ist das gemeinsame Essen der Ort, wo der Leib und der Geist genährt werden und die gegenseitige Liebe eingeübt wird.
Die Bibliothek ist die geistige Rüstkammer des Klosters. Im Zentrum der Lektüre steht die Heilige Schrift, in der Gott selbst mit den Menschen spricht. Der Vertiefung dient das theologische Schrifttum, aber auch die philosophischen und literarischen Werke, in denen die Probleme der jeweiligen Zeit zum Ausdruck kommen. Im Bild sehen Sie den auch für Benützer von außen zugänglichen Lesesaal aus dem 17. Jahrhundert.
Der intimste Bereich des Klosters wird von den vier Wänden der Mönchszelle umschlossen. Jeder Bruder bewohnt seine eigene Zelle, wo er schläft, liest, die Betrachtung hält oder meditiert. Sie ist der Ort des inneren Kampfes. Sie kann zum Gefängnis degenerieren, aber auch in ein Paradies auf Erden verwandelt werden.
Wer sich darauf einläßt, sich von Gott führen zu lassen, wird irgendwann an die Grenzen seiner Möglichkeiten geführt werden. Dann erkennt der Mensch, daß alles Geschenk ist wie die Theologie sagt, Gnade. Er lernt, die Verhärtungen des Herzens aufzubrechen und die Liebe Gottes einströmen zu lassen.
Der vollständige Text der Regel des hl. Benedikt ist on-line verfügbar: in deutscher Übersetzung http://www.kloster-ettal.de/regel/index.html oder: http://www.benediktiner.de/regula/index.htm und im lateinischen Original http://www.erzabtei.de/antiquariat/Regula.html |
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