Erzabtei St. Peter
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Maria Theresia und Salzburg

12.05.17, 08:00  

Anlässlich des 300. Geburtstags von Maria Theresia stellt das Archiv der Erzabtei St. Peter ein neu entdecktes Autograf der Regentin vor.

„[… dass] Ich veranlasset werde, den Hoch= und Wohlgebohrnen […] Ferdinand Graffen von Harrach, als Meinen Königl: Gesandten und Bevollmächtigten Ministrum eygends zur bevorstehenden Wahl nach Salzburg abzusenden. […]“

Mit diesen Worten kündigte Maria Theresia am 31. Oktober 1744 dem Salzburger Domherrn und Bischof von Lavant, Vigil August von Firmian (1714–1788), ihren Bevollmächtigen Ferdinand Bonaventura von Harrach (1708–1778) an.
Grund des Schreibens war das Ableben des Salzburger Fürsterzbischofs Leopold Anton Eleutherius von Firmian (1679–1744). Die Wahl eines neuen Salzburger Fürsterzbischofs stand bevor, doch war dieses Ereignis vor dem Hintergrund des Österreichischen Erbfolgekriegs besonders delikat.
Bayern und Österreich, in deren beider Interessenssphäre sich das Erzstift Salzburg befand, führten gegeneinander Krieg. Salzburg, das bislang Neutralität gewahrt hatte, neigte zu dieser Zeit immer mehr der österreichischen Seite zu.

Aus der Wahl vom 13. Jänner 1745 ging schließlich der von österreichischer Seite favorisierte Olmützer Bischof Jakob Ernst von Liechtenstein-Kastelkorn (1690–1747) als Sieger hervor. Eine Woche später starb Maria Theresias Gegner, der Wittelsbacher Kaiser Karl VII. Im April 1745 schlossen Bayern und Österreich den Frieden von Füssen.

Der neu entdeckte, von Maria Theresia eigenhändig unterzeichnete Brief vom 31. Oktober 1744 kam im 19. Jahrhundert durch Kauf an das Stift St. Peter. Eine ausführliche wissenschaftliche Untersuchung dieses Archivalienfundes ist derzeit in Vorbereitung.

Dr. Gerald Hirtner

 

Literatur:

Heinz Dopsch und Hans Spatzenegger (Hg.), Geschichte Salzburgs. Stadt und Land. Bd. II/1. Salzburg 1995.

Manfred Josef Thaler, Das Salzburger Domkapitel in der Frühen Neuzeit (1514 bis 1806). Verfassung und Zusammensetzung. Frankfurt am Main 2011.

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